Diplomstudium Zahnmedizin

Curriculum / Lehrinhalte / Zahnm. Eingangstest / Termine / Nostrifikation


Universitätsklinik für Zahnersatz/Zahnerhaltung

LV-Titel: Zahnersatzkunde I, II und III

Die zahnärztliche Prothetik hat sich in den letzten zwanzig Jahren aufgrund
der Entwicklung neuer Materialien und Behandlungsmethoden und der Ge-
winnung neuer Erkenntnisse aus der Forschung sehr stark weiterentwickelt.
Die zahnärztliche Sanierung der Patienten im Rahmen eines synoptischen
Behandlungskonzeptes gewinnt, unter Einbeziehung der klassischen Gebiete,
wie der festsitzenden, abnehmbaren und kombinierten Prothetik, und unter
Berücksichtigung materialkundlicher Aspekte, immer mehr an Bedeutung.

Für den Langzeiterfolg sind die Prävention von Erkrankungen des stomato-
gnathen Systems, die präprothetische Vorbehandlung, eine qualitativ hoch-
wertige prothetische Behandlung und eine lebenslang andauernde Nachsorge
von entscheidender Bedeutung. Nach Zahnverlust ist der aufgeklärte Patient
oft nicht mehr nur mit der Wiederherstellung der Kaufunktion und des Kaukomforts
zufrieden, sondern es müssen auch ästhetische, phonetische und psychische
Aspekte mitberücksichtigt werden.

Der optimal informierte, prothetisch tätige Zahnarzt arbeitet heute im Team
mit verschiedenen Spezialisten der Medizin, Zahnmedizin, Zahntechnik und
zahnärztlicher Prophylaxe (Prophylaxehelferin) zusammen.

Da die zahnärztliche Prothetik eines der Hauptaufgabenbereiche in der zahn-
ärztlichen Praxis darstellt, sind die Lehrinhalte umfangreich und der Lehrstoff
verteilt sich aufbauend auf die gesamten 6 Semester im dritten Studienabschnitt.

 

7. und 8. Semester:

Lehrinhalte:

Einführung in anatomisch-prothetische Grundlagen:
Terminologie, Einführung in die funktionelle Anatomie des stomatognathen
Systems,

Morphologie der Zähne (Frontzähne/Seitenzähne), Betrachtung des Gebisses
als Ganzes, Okklusionskonzepte der dynamischen Okklusion

Material und Werkstoffkunde:
Materialanforderungen für enoral und extraoval verwendete dentale Werkstoffe
Allgemeine physikalische und chemische Eigenschaften
Materialkundliche Prüfverfahren

Hilfswerkstoffe:
Anwendungsbereich und Umgang mit Modellmateralien, Wachsen, Einbettmassen
sowie Schleif- und Poliermitteln

Kurfristig inkorporierte Werkstoffe:
Einsatz und indikationsbezogene Auswahl von Abformmaterialien, Besonderheiten
der einzelnen Materialgruppen sowie deren Biokompatibilität

Langfristig inkorporierte Werkstoffe:
zahnärztliche Restaurationsmaterialien für Füllungstherapie sowie festsitzende
und abnehmbare Prothetik - Kunststoffe, Metalle, keramische Massen, Zemente

Befundaufnahme und Planung in der prothetischen Zahnheilkunde:
Anamnese, Befunderstellung entsprechend den Richtlinien der ARGE Prothetik
und Gnathologie der ÖGZMK, Baden 1979 mit besonderem Schwerpunkt der
prothetisch relevanten Planung: Abformung und Modellherstellung, arbiträre
Gesichtsbogenübertragung der Modelle im Artikulator, zentrisches Registrat,
Erstellung einer Diagnose sowie Behandlungsplanung für festsitzenden sowie
abnehmbaren Zahnersatz

Die Behandlung des teilbezahnten Patienten – die Teilprothese:
Klassifizierung des Lückengebisses, Vor- und Nachteile von Teilprothesen,
Einsatz einer rein schleimhautgetragenen Klammerprothese. Die skelettierte
parodontal- bzw. parodontal- und schleimhautgetragenen Teilprothese – teil-
prothetische Planung, konstruktionsbezogene Füllungstherapie, Erstellung eines
teilprothetischen Konstruktionsplanes, Präparation der Pfeilerzähne, statische
und biodynamische Aspekte der teilprothetischen Konstruktion, Nachsorge und
besondere Probleme der teilprothetischen Rehabilitation.

Die Behandlung des zahnlosen Patienten – die Totalprothetik:
Geschichte der Totalprothetik, Spezifikation der zahnärztlichen Anamnese in der
Totalprothetik, der alte Mensch und seine Besonderheiten, Besprechung der am
Prothesenhalt beteiligten Faktoren , Vorstellung verschiedener Okklusionskonzepte
in der Totalprothetik – Diskussion des Für und Wider, die Vorbehandlung beim
Zahnlosen, die vertikale Dimension, spezifische Probleme bei der Kieferrelations-
bestimmung beim Zahnlosen, die Bedeutung der Remontage, die Ästhetik in der
Totalprothetik, die Praxis der Totalprothetik nach der „Innsbrucker Schule“ Schritt
für Schritt

 

9. und 10. Semester:

Lehrinhalte:

Sonderformen der Totalprothesen:
Immediatprothesen und Hybridprothesen auf Zahnwurzeln und Implantaten
Indikationen und Voraussetzungen, Verankerungselemente, Gestaltung von
Wurzelkappen, Langzeitprognose

Festsitzende Prothetik:
Diagnose und Vorbehandlung, Einartikulieren von Studienmodellen, Einschleifen
von Zentrik und Exzentrik am Modell und am Patienten, Erstellung des Be-
handlungsplanes, Präparationsinstrumente und Prinzipien, Vorpräparation und
Wax up am Modell.

Vorgehen bei der Präparation im Mund, Stumpfaufbau, Präparationsform – Inlay,
Onlay und Krone.

Abformung mit Polyvinylsiloxanen, Gingivamangement, Abformtechnik, individuelle
Abformlöffel, Besonderheiten von Polyvinylsiloxanen.
Provisorienherstellung und Eingliederung
Modellherstellung – insbesondere das galvanische Pinmodell – und einartikulieren
Aufwachsen, Einbetten und Metallguss
Sonderform Metallkeramik – Gerüst und Randgestaltung, keramische Schichttechnik
Verbindungstechniken – Löten oder Laserschweißen
Eingliederung der definitiven Restaurationen

Funktion und Dysfunktion des stomatognathen Systems:
Das Problem der Funktionsstörungen des stomatognathen Systems erkennen
und verstehen, das stomatognathe System als Funktionseinheit, Häufigkeit von
Funktionsstörungen des stomatognathen Systems, Ätiologie und Pathogenese
von Dysfunktionen des stomatognathen Systems, die Bedeutung der Okklusion
bei der Entwicklung von Funktionsstörungen des stomatognathen Systems,
Klassifikation der Funktionsstörungen (Myopathien, Arthropathien,
Myoarthropathien), Beschreibung der Komponenten des stomatognathen Systems:
Anatomische Grundlagen, Diagnostik des stomatognathen Systems systematisch
und praxisnah, Konzept bei der Therapie des funktionsgestörten stomatognathen
Systems: symptomatische und kausale Therapie, Fallbeispiele

 

11. und 12. Semester:

Lehrinhalte:

Geschiebeprothetik:

Einführung in die Geschiebeprothetik, Teilhülsengeschiebe, Steggeschiebe und
Steggelenke, Überblick über Doppelkronensysteme (Konuskronen, Teleskopkronen)
Klinische Vorgehensweise bei Doppelkronenverankerung.
Einleitung, Planung: Klassische Vorgangsweise, neue Vorgehensweise
mit Galvanosekundärteilen und Verklebung im Mund, klinische Beispiele

Einführung in die dentale Implantologie:

Einführung, Geschichte, Osseointegration, Stellenwert der Implantologie in der
heutigen Prothetik, Vorstellung verschiedener Implantatsysteme, Darstellung
verschiedener Indikationsbereiche (zahnlose Patienten, im Lückengebiss zur
Pfeilervermehrung, Implantate als Einzelzahnersatz), Planung, interdisziplinäre
Zusammenarbeit, spezielle Abformtechnik in der Implantologie, verschraubte –
zementierte Lösungen: Vor- und Nachteile, Implantatmisserfolge – Analyse der
Ursachen, Einfluss des Rauchens, Behandlung der Periimplantitis

Vollkeramische Restaurationen:

Präparationstechnik und Präparationsprinzipien für Vollkeramik
Präparation von Inlay, Onlay, Krone und Veneer.
Vollkeramiksysteme – Presskeramik, Sinterkeramik, CAD-CAM Techniken
Adhäsives Verblendsystem, Keramikkonditionierung, Dentinbonding,
adhäsives zementieren, Randausarbeitung und Nachkontrolle.

Planung komplexer Behandlungsfälle:

Schrittweises Vorgehen bei umfangreichen Behandlungen
interdisziplinäre Planung der Therapieschritte mit Kieferorthopädie und
Kieferchirurgie
Möglichkeiten zur Visualisierung des angestrebten Ergebnisses vor
Behandlungsbeginn
Planung anhand von Patientenfällen

 
Lernziele:

Die Studierenden sollen die Aufgaben, Möglichkeiten und Grenzen der
Prothetik (des Zahnersatzes) als wesentliches Teilgebiet der Zahnmedizin
kennen lernen und die Befähigung erhalten, ihre erlernten Kenntnisse und
Fähigkeiten während der selbständigen Ausübung des zahnärztlichen Berufes
nach den Regeln der medizinischen Wissenschaft zu nutzen und ihre Patienten
entsprechend beraten und betreuen zu können.

Die Studierenden sollen erlernen, eine fundierte Diagnostik des gesamten
stomatognathen Systems zu erstellen. Diese ist Grundlage für die weiteren
notwendigen therapeutischen Schritte zur Planung und Behandlung der Patienten.

Die Studierenden sollen lernen, wie durch eine systematische und praxisnahe
Diagnostik des stomatognathen Systems sämtliche Komponenten des
stomatognathen Systems in ihrer Funktion erfasst werden können. Die
Studierenden sollen auch die instrumentelle Untersuchung der Kiefergelenke
mittels Axiographie erlernen, um den Zustand des stomatognathen Systems vor
Behandlungsbeginn visuell  und objektiv dokumentieren zu können. Dies wird auch
aus forensischen Gründen immer wichtiger.

Dysfunktionen des stomatognathen Systems sind in der Bevölkerung sehr häufig
anzutreffen. Wenn die Symptome übersehen werden, kann durch unsachgemäße
zahnärztliche Tätigkeit eine Dekompensation auftreten, die den Patienten starke
Beschwerden bereiten kann. Die Studierenden sollen daher imstande sein, einen
Risiko- bzw. Dysfunktionspatienten zu erkennen, und ihn sowohl initial, mit
Aufbissschienen wie auch definitiv behandeln zu können.

Nach entsprechender Vorbehandlung der Patienten (parodontal, endodontisch,
Behandlung von Funktionsstörungen des stomatognathen Systems) sollen die
Studierenden imstande sein, die Patienten adäquat prothetisch rehabilitieren zu
können (mittels festsitzender oder abnehmbarer Prothetik). Die Studierenden
sollen dabei sämtliche festsitzenden sowie auch abnehmbaren prothetischen
Konzepte kennen lernen, sowie auch über die Möglichkeiten eines implantatge-
stützten Zahnersatzes informiert sein. Sie sollen diese sowohl im klinischen wie
auch labortechnischen Bereich erlernen, damit sie später die Qualität von labor-
gefertigten prothetischen Arbeiten beurteilen können. Es wird bei der Herstellung
prothetischer Arbeiten insbesondere Wert darauf gelegt, dass die technischen
Arbeiten präzise hergestellt werden.

Ein weiterer wesentlicher Bereich ist das Erlernen im Umgang mit dem älteren
Menschen und die Erstellung eines für den Patienten richtigen individuellen
Behandlungsplanes, der auch die Adaptationskapazität berücksichtigt. Hier
können die Studenten sämtliche Formen von herausnehmbarem Zahnersatz
erlernen.


Zahnersatzkunde I – Vorlesungen / Übungen I

Abnehmbare Prothetik am Phantom

Herstellung einer Totalprothese am Phantom

Lehrinhalte:

Lernziele:

 
Dentinadhäsiv und Komposit

Lehrinhalte:

Lernziele:

Die Studenten können verschiedene Füllungsmaterialien beschreiben und
unterscheiden, kennen ihre Indikation und Kontraindikation. Sie beherrschen
die adhäsive Präparationstechnik, die Arbeitsschritte des Schmelz- und
Dentinbondings sowie das Legen der Füllung in Inkrementtechnik. Gesamt-
ziel ist die Rekonstruktion unter funktionellen und ästhetischen Gesichtspunkten.


Artikulator

Lehrinhalte:

Lernziele:

Die Studenten beherrschen den schonenenden Umgang mit dem SAM2-Artikulator.
Sie verstehen die antatomischen und physiologischen Grundlagen, die das
individuelle Programmieren erforderlich machen, und wissen, welche Arbeiten im
Artikulator gemacht werden müssen.


Einartikulieren

Lehrinhalte schädelbezogene Montage des Oberkiefers mit dem anatomischen
Transferbogen (ATB):


Lehrinhalte gelenksbezogene Montage des Unterkiefers:


Lernziele:


Zahnersatzkunde II – Vorlesungen / Übungen

Aufbissschienen

Lehrinhalte:

Lernziele:

OK-Aufbissschienen aus Kunststoff mit entsprechend integrierter Okklusion und
Funktion werden zur Therapie von Kiefergelenksproblemen bzw. bei Bruxismus-
patienten eingesetzt. Die Studierenden sollen die therapeutischen Möglichkeiten
und die technische Herstellung erlernen.

Provisorien

Lehrinhalte:

 Lernziele:

Die Versorgung präparierter Zähne mit einem Provisorium ist zum Schutz von
Pulpa und Zahnsubstanz sowie zur Erhaltung der Kaufunktion unerläßlich. Die
Studierenden sollen schrittweise am Phantom die technische Herstellung von
Provisorien erlernen, als Basis für die weitere Ausbildung am Patienten im Zuge
des fortschreitenden Studiums.

Stiftaufbauten

Lehrinhalte:

Lernziele:

Stiftaufbauten bei devitalen Zähnen dienen zur Stabilisierung der Restzahn-
substanz und zur Herstellung eines zur prothetischen Versorgung geeigneten
Stumpfes. Die Studierenden sollen indikationsbezogen die richtige Materialaus-
wahl und das präparatorische Vorgehen erlernen, um devitale Stümpfe dauerhaft
prothetisch versorgen zu können.

Inlay

Lehrinhalte:

Lernziele:

Onlay

Lehrinhalte:

Lernziele:

Theoretische Kenntnis und praktische Durchführung aller Schritte bei der
Herstellung eines Goldonlays bzw. einer Goldkrone von der Abformung bis
zur fertigen Restauration unter besonderer Berücksichtigung der Okklusion
(Front-Eckzahn-Führung), des dichten Randschlusses, der parodontal-
freundlichen Formgestaltung und der Ästhetik.

Präparation

Lehrinhalte:

Lernziele:

Axiographie

Lehrinhalte:

Lernziele:

Die Studenten verstehen die Indikation und die Aussage einer axiographischen
Aufzeichnung. Sie sind in der Lage, die Scharnierachse zu bestimmen und be-
herrschen die selbständige Durchführung einer  axiographischen Untersuchung.
Sie verstehen die verschiedenen diagnostischen Aufzeichnungen, interpretieren
diese und ziehen therapeutische Schlüsse.

Axiographie-Praktikum und -Auswertung

Lehrinhalte:

Lernziele:

Computergestützte Diagnostik:

Fernröntgenanalyse

Lehrinhalte:

Lernziele:

 Metallkeramik

Lehrinhalte:

Lernziele:

Metallkeramikrestaurationen stellen nach wie vor einen großen Teil der fest-
sitzenden prothetischen Arbeiten dar. Die Studierenden sollen die praktischen
Grundlagen der Gerüstherstellung und Keramikschichtung erlernen.

 

Zahnersatzkunde III – Vorlesung / Übungen

Präparation in der Adhäsivprothetik und adhäsives Zementieren

Lehrinhalte:

Lernziele:

Erlernen der Besonderheiten für die Präparation vollkeramischer Restaurationen.
Die Studierenden sind im Stande das adäquate Vollkeramiksystem auszuwählen
und beherrschen die kritischen labortechnischen Schritte. Sie verstehen und be-
herrschen das chronologische Vorgehen beim adhäsiven Zementieren dieser
Arbeiten.

Implantatprothetik

Lehrinhalte:

Vorstellung verschiedenster Implantatsysteme und der jeweiligen konfektionierten
Zwischenteile als Basis für die weitere prothetische Versorgung.

Lernziele:

Kenntnis der wichtigsten verschiedenen Implantatsysteme. Fähigkeit die
spezifischen konfektionierten Suprastrukturen auszuwählen und den
implantologisch – prothetischen Behandlungsablauf zu planen.

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