Diplomstudium Zahnmedizin

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Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

Die MKG-Chirurgie ist in Zahnmedizin und Medizin verankert und soll den
klinischen Aspekt der Zahnheilkunde dem Studierenden der Zahnmedizin
besonders vermitteln. Die Lehrinhalte beziehen sich auf die verschiedenen
Tätigkeitsfelder des Faches. Es sind dies

Wintersemester: 1. zahnärztliches Semester = 7. Semester

Die Studenten der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde sollen im 1. Semester
Basiswissen der MKG-Chirurgie erwerben sowie in die zahnärztliche Chirurgie
und Radiologie eingeführt werden.

Lehrinhalte: 

MKG I: VO2

Wundlehre:

Allgemeine Grundlagen (Physiologie und Pathologie) der Wundheilung von
Weich- und Hartgeweben, Theorie des Nahtmaterials.

Bildgebende Verfahren:

Theoretische Grundlagen und Indikationsbereiche von MRI, CT und Sonographie
im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich.

Traumatologie:

Die Lehre von den Zahnverletzungen, deren Therapie und Nachsorge. Darüber
hinaus werden die Verletzungen des Gesichtes insgesamt gelehrt, die Weichteil-
verletzungen, neurologische Komplikationen und Frakturen des Gesichtsschädels.
Klinische Symptome der Letzteren und die radiologische Diagnostik. Lehrinhalt ist
weiter die chirurgische Therapie und die zu beachtenden Spätfolgen.

Extraktionslehre: VO1

Vorstellung der Instrumente, Handhabung derselben an extrahierten Zähnen.
Extraktion am Phantom.

Zahnärztliche Chirurgie: VO1

Schmerzausschaltung (anatomische Grundlagen, pharmakologische Grundlagen,
Technik der Lokalanästhesie, pharmakologische und chirurgische Komplikationen),
Akupunktur, Analgosedierung, Hypnose. Entfernung dystoper Zähne, Wurzel-
spitzenresektionen, Zystektomien, Kieferhöhlenverschluss, mukogingivale Chirurgie.

Zahnärztliche Radiologie: VO1

Grundwissen über Röntgenstrahlen und radiologische Technik; Vermittlung der
Techniken für Einzelbildaufnahmen (Recht- und Halbwinkeltechnik), von
Fernröntgen und Panoramaaufnahmen.
Sommersemester: 2. zahnärztliches Semester = 8. Semester

MKG I: VO1, VU1

Entzündliche Prozesse im Kiefer-Gesichtsbereich:

Bakteriologische, virale und mykologische Ursachen von Entzündungen im
Kiefer-/Gesichtsbereich, Keimspektrum, antibiotische Therapie und Prophylaxe.

Ablauf dentogener und nicht dentogener Infektionen im MKG-Bereich, typische
Ausbreitungswege, enorale und extraorale chirurgische Therapien.

Speicheldrüsenerkrankungen:

Entzündliche Erkrankungen, degenerative Erkrankungen, gutartige und bösartige
Tumoren, Diagnostik und Therapie.

Orthognathe Chirurgie:

Die Definition des eugnathen Gebisses und die Ursachen der Störungen der
Eugnathie. Radiologische (Fernröntgenanalyse) und instrumentelle Diagnostik
(Beurteilung der Gebisse im Artikulator), schließlich die chirurgischen Therapie-
möglichkeiten und Interaktionen mit dem Kieferorthopäden.

Alloplastische Implantate:

In der chirurgischen ZMK angewandte alloplastische Materialien wie
Hydroxylapatite, Keramiken, etc..  Indikationen und Technik des Einsatzes.

Implantologie:

Theorie der Osseointegration, Indikationen für Implantate, erforderliche
prächirurgische Diagnostik, Therapieplanung.

Zahnärztliche Chirurgie: VU1   

Erkrankungen der Kieferhöhle.
Anatomie, Histologie, Untersuchungsmethoden, Ursachen von Erkrankungen,
Symptome, Therapie.

Radiologie VU1:

Röntgenpraktikum (Block):

Übung der in der Vorlesung erlernten zahnärztlichen Röntgentechniken am
Phantom und am Menschen.

Extraktionslehre: PR 15

Chirurgische Hygiene, Extraktion am Patienten in Narkose und Lokalanästhesie,
Wundversorgung, Nahttechnik.
Wintersemester: 3. zahnärztlicher Semester = 9. Semester

MKG II: VO2

Früherkennung des Mundhöhlenkarzinoms:

Präkanzerosen.
Klinik der Frühstadien, Biopsie, Prävention.

Tumoren im Kiefer-Gesichtsbereich:

Epidemiologie, Klassifikationen, Behandlungsstrategien bei benignen und malignen
Tumoren.

Osteopathien:

Systemische Knochenerkrankungen mit Manifestationen im MKG-Bereich.

Erkrankungen der peripheren Nerven im Kiefer-Gesichtsbereich:

Symptomatische und idiopathische Neuralgien (Trigeminusneuralgie,
Glossopharyngeusneuralgie, Nasociliarisneuralgie), Cluster-Kopfschmerz,
atypischer Gesichtsschmerz, Projektionsschmerzen.

Mundschleimhauterkrankungen:

Histologische und physiologische Besonderheiten der Mundschleimhaut. Virale
Mundschleimhauterkrankungen, Aphthen, bullöse Mundschleimhauterkrankungen,
ulzeröse Mundschleimhauterkrankungen, Pigmentierungen der Mundschleimhaut,
papilläre und verruköse Mundschleimhauterkrankungen, Gingivitis, orale
Manifestationen bei Aids.

MKG II: VU2:                       (VU Ambulanzkurs Block)

Krankengeschichte:

Anamneseerstellung und MKG-Status.

Allgem. medizin. Probleme in der zahnärztlichen Praxis

Hygiene in der MKG-Chirurgie:

Chirurgische Händedesinfektion, Instrumentenaufbereitung, Arbeitsplatzhygiene.
Sommersemester: 4. zahnärztliches Semester = 10. Semester

MKG II: VO2

Rechtsfragen in der zahnärztlichen Praxis:

Forensische Aspekte in der ZMK; Aufklärung erforderlicher Diagnostik,
Komplikationen, Behandlungsfehler.

Systemerkrankungen:

Die Auswirkung von Systemerkrankungen (entzündliche Erkrankungen des
rheumatischen Formenkreises, Erkrankungen des blutbildenden Systems, des
Gerinnungssystems, der Immunabwehr) auf den MKG-Bereich.

Missbildungen im Kiefer-Gesichtsbereich – LKG-Spalten:

Embryologischen Voraussetzungen, Genetik, Epidemiologie, Symptomatik,
Zeitfolge des Therapieablaufes und chirurgischen Prinzipien. Insbesondere
wird auf die Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und Malformationen des Schädels
eingegangen, die zu Kieferdeformitäten führen.

Präprothetische Chirurgie:

Indikationsstellungen klinischer, radiologischer und instrumenteller Art für
die chirurgischen Maßnahmen zur Verbesserung der Voraussetzungen für
prothetische Maßnahmen (skelettaler-, muskulärer- und Schleimhautbefund,
intermaxilläre Relation). Methoden der präprothetisch chirurgischen Eingriffe
(einfache chirurgische Maßnahmen zur Vorbereitung des Alveolarkammes für
die Prothetik, augmentative Verfahren mit autologen und Fremdmaterialien,
Sinuslift, Distraktion; Mundvorhofplastiken, Mundbodensenkung, orthognathe
Chirurgie als präprothetische Maßnahme, Implantologie).

Kieferhöhlenerkrankungen:

Dentogene Erkrankungen der Nasennebenhöhlen (Sinusitiden, Zysten).

Erkrankungen der Kiefergelenke:

Entzündliche und degenerative Erkrankungen des Kiefergelenkes, Ursachen,
Krankheitsablauf, klinische und radiologische Diagnostik, Endoskopie; chirurgische
Therapien (mechanische Entlastung, Lysis, Lavage, endoskopische Therapien,
offene Chirurgie).

Lernziele:

Die Studierenden der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde sollen die in den Vor-
lesungen vorgetragenen Lehrinhalte der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
theoretisch wissen. Darüber hinaus sollen sie in den Übungen dazu befähigt
werden, das theoretische Wissen in der Erhebung der Anamnese und Erhebung
des Status anzuwenden und die erforderlichen diagnostischen Maßnahmen
einzuleiten. Auf dem Gebiet der orthognathen Chirurgie sollen sie imstande sein
die Diagnostik selbständig soweit zu führen, dass sie die Indikationsstellung zur
kieferorthopädischen und kieferorthopädisch-chirurgischen Therapie erkennen.
Auf dem Gebiet der Malformationen müssen sie imstande sein, die häufigsten im
Gesichtsbereich zu erkennen und eine primäre Beratung durchzuführen. Auf dem
Gebiet der Onkologie sollen sie imstande sein Präkanzerosen zu erkennen,
Präventionstherapie vorzuführen. Sie sollen mögliche klinische Symptome von
Tumoren erkennen und der entsprechenden weiterführenden Diagnostik zuführen.
Im Bereich der Systemerkrankungen müssen sie solche theoretisch kennen, die
auf ihre Therapien im Mundbereich Einfluss nehmen können. Sie müssen die not-
wendigen Verhaltensmaßnahmen oder prätherapeutischen Schritte einleiten
können. Im Bereich der Traumatologie müssen sie im dentoalveolären Bereich
eine Versorgung des Patienten in Diagnostik, Therapie und Nachsorge selbständig
durchführen können. Begleitverletzungen und komplexere Verletzungen des
Gesichtes müssen sie klinisch erkennen und die notwendigen diagnostischen
Maßnahmen einleiten können. Auf dem Gebiet der zahnärztlichen Chirurgie sollten
sie umfassend in der Diagnostik tätig sein können und die praktische Therapie bis
auf die Fälle der Involvierung von Nachbarorganen beherrschen.

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