ZMK Innsbruck

 

Universitätsklinik für Kieferorthopädie

Zahnspangen

Was ist Kieferorthopädie?
Die Kieferorthopädie ist ein Spezialgebiet innerhalb der Zahnheilkunde.
Sie beschäftigt sich mit der Korrektur von Zahn- und Kieferfehlstellungen
und den daraus resultierenden Funktionsstörungen. Eine kieferorthopädische
Behandlung wird entweder mit abnehmbarer oder festsitzender Zahnspange
durchgeführt.

Wozu Zahnspangen?
Gerade in der heutigen Zeit kommt der Vorsorgemedizin eine immer größer
werdende Bedeutung zu. Im gesamten Bereich der Zahnheilkunde geht der
Trend in Richtung Prävention (Vorbeugung), das bedeutet die Vermeidung
von Kariesbildung, Parodontalerkrankungen und frühzeitigem Zahnverlust.

Unser Ziel ist es, für den Patienten ein individuell möglichst optimales Ergebnis
hinsichtlich Funktion und Ästhetik zu erreichen. Durch die Behandlung erhält der
Patient nicht nur ein schönes, attraktives Lachen, sondern auch ein gestärktes
Selbstbewusstsein und mehr Lebensqualität.

Wen betrifft das?
Patienten jeglichen Alters mit Zahn- und Kieferfehlstellungen können einer
kieferorthopädischen Behandlung bedürfen. Wichtig ist vor allem die Früh-
behandlung bei Kindern. Dadurch kann mit oft nur geringem Aufwand die
Entwicklung einer groben Fehlstellung verhindert werden.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die erste Untersuchung?
Im Alter von 4 Jahren ist die erste Kontrolle durch einen Kieferorthopäden zu
empfehlen, um frühzeitig eventuelle Fehlstellungen zu erkennen.Die kiefer-
orthopädische Erstuntersuchung hat aufklärenden Charakter, ist mit keinem
Eingriff verbunden und bleibt daher in positiver Erinnerung.

Eine kieferorthopädische Behandlung kann in jedem Alter durchgeführt werden,
auch bei Erwachsenen.

Welche Arten von Zahnspangen werden angeboten?
Festsitzende Zahnspange mit weißen Brackets

    
Ligaturlose / friktionsarme Brackets


Unsichtbare Behandlung mit Hilfe von Lingualbrackets

 
Behandlung mit „unsichtbaren“ – transparenten Schienen

   

Wir bieten Erwachsenen und Teenagern auch die Behandlung mit „unsichtbaren“
– transparenten Schienen an.
 
Mittels Schienentherapie können Zahnfehlstellungen mit sanftem Druck auf die gewünschten Zähne bei Patienten jeden Alters korrigiert werden. Die Schienen werden ca. 22 Stunden täglich getragen, beeinträchtigen weder ästhetisch noch beim Sprechen und können zum Essen und zum Zähneputzen einfach entfernt werden.
 
Wir beraten Sie gerne, ob diese Therapie für Sie oder Ihr Kind in Frage kommt.
 

Abnehmbare Geräte


Multiloop-Technik (SATO-Technik)


Behandlungsbeginn - offener Biss


Während der Behandlung - Multiloops und elastische Gummizüge


Behandlungsergebnis - korrekter Überbiss

Festsitzende Zahnspange mit zusätzlichem Hilfsmittel (Minischraube)

    

Welche häufigen Kieferfehlstellungen gibt es und welche Folgen können
diese verursachen?
Als Folge von langandauernden, schlechten Angewohnheiten wie Daumen-
lutschen oder jahrelanges Saugen am Schnuller, entwickelt sich oft ein
("lutsch-")offener Biss. Er zeigt sich als ausgeprägter Spalt zwischen den
Oberkiefer- und Unterkieferzähnen und ist oftmals mit einer Zungenfehlfunktion
kombiniert, was neben der kieferorthopädischen Korrektur eine logopädische
Begleittherapie erforderlich macht.


Offener Biss

Eine Rücklage des Unterkiefers und die damit verbundene Stufe zwischen den
oberen und unteren Zähnen (optisch scheint der Oberkiefer zu weit vorne zu
liegen) entstehen aufgrund eines Missverhältnisses von Ober- und Unterkiefer-
wachstum. In der Folge können funktionelle, trauma-bedingte und ästhetische
Probleme entstehen.

 
Vergrößerte sagittale Stufe verursacht durch
eine beträchtliche Rücklage des Unterkiefers

Der Fehlbiss kann im Kindesalter durch das Tragen von abnehmbaren
Spangen behoben werden.


Abnehmbares Gerät zur Behandlung der Unterkiefer-Rücklage

Bei einer Progenie (Vorlage des Unterkiefers meistens mit einem verkehrten
Überbiss in der Front verbunden) ist eine frühestmögliche kieferorthopädische
Untersuchung im Kindesalter besonders wichtig. Ein späteres aufwendiges
Vorgehen kann damit verhindert werden. 


Verkehrter Überbiss im
Frontzahnbereich im
Milchgebiss
   
    Zirkulärer Kreuzbiss und
    verkehrter Überbiss im
    permanenten Gebiss

Häufig findet man schon im Kleinkindesalter einen Kreuzbiss (eine Okklusions-störung), der sich dadurch auszeichnet, dass entweder einzelne oder mehrere Zähne des Unterkieferzahnbogens außerhalb der oberen Zähne stehen. Durch eine einfache kieferorthopädische Behandlung kann ein eventuell daraus resultierendes asymmetrisches Wachstum der Kiefer  verhindert werden.


Kreuzbiss

Welche weiteren Zahnfehlstellungen gibt es und welche Folgen können
sie haben?
Haben die Zähne zu wenig Platz im Zahnbogen kommt es zu einem Engstand,
welcher eine gute Mundhygiene beinahe unmöglich macht und die Ästhetik stört.


Engstand im Unterkiefer mit erschwerter Putzmöglichkeit

Bei einem frühzeitigen Milchzahnverlust im Kindesalter sollte der Platz für die
bleibenden Zähne mit Hilfe eines Platzhalters offen gehalten werden. Liegt
nicht ausreichend Platz vor, bleibt der bleibende Zahn im Kiefer „stecken“.


Festsitzender Platzhalter

Sollte ein Zahn nicht angelegt sein, spricht man von Nichtanlage, welche
zur Lückenbildung führen kann. Um ein harmonisches und funktionsfähiges
Gebiss zu garantieren, kann diese Lücke vom Kieferorthopäden geschlossen
werden.


Nichtanlage des unteren linken zweiten Prämolren (Pfeil)

Einzelne gekippte oder für eine prothetische Versorgung ungeeignete Zähne
können ebenso durch eine Zahnspange aufgerichtet oder in eine bessere
Stellung gebracht werden.


Gekippte Seitenzähne vor Behandlungsbeginn


Aufgerichtete Seitenzähne und Lückenschluss im Unterkiefer
Aufgerichtete Seitenzähne und Lückenöffnung für die Implantation im Oberkiefer

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